top of page

Dieses Jahr wird alles anders

  • Autorenbild: Lukas Ramseyer
    Lukas Ramseyer
  • 27. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

"Über Motivation, den inneren Vertager und den ersten Schritt ins Handeln"


Eine Sanduhr auf einem Schreibtisch, in deren unterem Glaskolben ein kleines, flauschiges schwarzes Fabelwesen sitzt und ein Schild mit der Aufschrift 'Morgen?' hochhält, während daneben eine To-do-Liste auf einem Notizblock liegt. Sinnbild für das Aufschieben von Aufgaben auf morgen.

Dieses Jahr wird alles anders.

Mehr Sport. Weniger Zeit am Handy auf Instagram. Endlich die Weiterbildung beginnen. Die Steuererklärung einmal nicht auf den letzten Drücker erledigen. Und da wäre noch diese eine Sache, die ich schon seit Monaten angehen wollte.

Die Motivation ist da. Der Plan steht.


Ein paar Wochen später sieht die Sache häufig etwas anders aus.

"Heute passt es gerade schlecht. Morgen habe ich mehr Zeit."


Und da ist er wieder: der innere Vertager.


Ich glaube, wir alle kennen ihn.

Er taucht allerdings nicht nur bei den grossen Neujahrsvorsätzen auf. Manchmal sitzt er morgens mit uns am Schreibtisch.

Eigentlich wollte ich jetzt die Präsentation fertigstellen. Vorher beantworte ich aber noch schnell zwei E-Mails. Dann kommt eine Nachricht rein. Kurz aufs Handy schauen. Kaffee wäre auch noch gut. Und wenn ich schon aufgestanden bin, könnte ich noch schnell …

Eine halbe Stunde später ist erstaunlich viel passiert. Nur nicht das, was ich eigentlich erledigen wollte.


Prokrastination ist menschlich. Und es gibt unzählige Strategien, ihr entgegenzuwirken: Aufgaben in kleinere Schritte zerlegen, Zeitfenster blockieren, Ablenkungen reduzieren, mit einer Fünf-Minuten-Aufgabe beginnen, sich selbst eine Belohnung in Aussicht stellen oder mit jemandem eine Verbindlichkeit vereinbaren.


Stell dir doch einmal die Frage: "Was bringt mich überhaupt ins Handeln?"


Denn nicht jeder Mensch lässt sich durch dasselbe motivieren. Den einen motiviert das gute Gefühl, endlich etwas erledigt zu haben, den anderen der sichtbare Fortschritt. Manchen treibt eine Deadline an, andere die Aussicht auf eine Belohnung, und manchmal hilft schlicht die Vorstellung davon, wie unangenehm es wird, wenn wir etwas nicht erledigen.


Die Kunst besteht deshalb nicht unbedingt darin, den inneren Vertager endgültig loszuwerden. Vielleicht reicht es, herauszufinden, welcher Motivator gerade stark genug ist, um ihn für einen Moment auf die Ersatzbank zu schicken.


Und dann: anfangen. Nicht morgen. Nicht wenn alle Bedingungen perfekt sind. Sondern mit einem ersten überschaubaren Schritt.


Dabei möchte ich auch eine Lanze für unsere vermeintlichen Zeitdiebe brechen.

Ein Kaffee mit einem Kollegen, zehn Minuten am Handy, ein Gespräch auf dem Gang oder einfach einmal aus dem Fenster schauen sind nicht automatisch verschwendete Zeit. Pausen, Austausch und Ablenkung können guttun und neue Energie bringen.


Der Unterschied liegt oft im Timing. Wenn ich mich bewusst für eine Pause entscheide, kann sie mir Energie geben. Wenn ich sie benutze, um etwas Unangenehmes nicht anfangen zu müssen, hat vermutlich gerade wieder mein innerer Vertager übernommen.


Vielleicht geht es bei Prokrastination deshalb weniger darum, immer disziplinierter zu werden. Sondern darum, die eigenen Motivatoren zu kennen, den richtigen Moment zu erkennen und sich selbst den Einstieg ins Handeln etwas leichter zu machen.


Was bringt dich normalerweise plötzlich ins Handeln?

-Lukas-

bottom of page