Schlafen mitten im Baulärm
- Lukas Ramseyer

- 15. Aug.
- 1 Min. Lesezeit
"Eine persönliche Geschichte über Selbsthypnose und die Kraft der Utilisation"

Eine eigene Geschichte, dieses Mal.
Während meiner Ausbildung zum Hypnosetherapeuten wohnte ich mitten in der Stadt, gleich unterhalb eines Platzes mit Tramschienen und Buslinien. An die üblichen Geräusche hatte ich mich längst gewöhnt und schlief in der Regel gut.
In jenem Sommer kam es dann zu einer grossen Gleisrevision. Sämtliche Schienen wurden herausgerissen, der Boden aufgespitzt, teilweise waren sogar die Trottoirs gesperrt und Ersatzbusse im Einsatz. Die groben Arbeiten fanden monatelang in der Nacht statt, praktisch jede Nacht. Eine Nachbarsfamilie zog für diese Zeit sogar vorübergehend in ein Hotel. Für mich kam das nicht infrage.
Eines Nachts lag ich also da und konnte kein Auge zumachen. Da kam mir die Idee, es mit einer Selbsthypnose zu versuchen.
Ich nahm sämtliche Baustellengeräusche, inklusive der Vibrationen der Baumaschinen, und nutzte sie, im Fachjargon "utilisierte" ich sie: Ich suggerierte mir, dass genau diese Geräusche und Vibrationen mich noch tiefer schlafen lassen.
Am nächsten Morgen war ich selbst überrascht. Geweckt hat mich erst die Strassenputzmaschine mit ihrem Pfeifton beim Rückwärtsfahren. Ich konnte es kaum glauben. Durchgeschlafen...und das ohne Ohrstöpsel.
Was habe ich also am nächsten Morgen gemacht? Auch die Putzmaschine gleich mit eingebaut. Seither weckt mich auch dieses Geräusch nicht mehr.
Wenn du magst, probier es beim nächsten Störgeräusch selbst aus. Schau, was passiert, wenn du etwas nicht bekämpfst, sondern nutzt.
Mehr zur Hypnose findest du hier: HYPNOSE
-Lukas-


