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Montag. 8.30 Uhr. Zwei Stunden Arbeit.

Autorenbild: Lukas Ramseyer
Lukas Ramseyer
15. Sept.
1 Min. Lesezeit

"Über berufliche Reintegration und den Wert kleiner, sicherer Schritte"

Ein Mann von hinten mit Rucksack steht in einer Tür und blickt in ein sonnendurchflutetes Grossraumbüro, in dem im Hintergrund Kollegen an einem Tisch sitzen; im Vordergrund eine Kaffeetasse auf einem Tisch. Sinnbild für den ersten Schritt zurück an den Arbeitsplatz nach längerer Abwesenheit

Nach mehreren Monaten Abwesenheit steht ein Klient vor seinem ersten Arbeitstag.

Wobei "Arbeitstag" eigentlich übertrieben ist.

Zwei Stunden sind vereinbart.


Er kennt das Unternehmen, kennt seine Kollegen, weiss, wo die Kaffeemaschine steht.

Und trotzdem fühlt es sich an wie ein erster Arbeitstag in einer völlig neuen Firma.

"Was, wenn ich nach einer Stunde schon nicht mehr kann?"


In solchen Situationen sprechen wir häufig darüber, was berufliche Reintegration eigentlich bedeutet.


Das Ziel ist nicht, am ersten Tag zu beweisen, dass wieder alles funktioniert.

Das Ziel ist, wieder Erfahrungen zu sammeln, die Sicherheit geben.

Also verändern wir die Frage.


Nicht: Schaffe ich zwei Stunden?

Sondern: Woran merke ich während dieser zwei Stunden, was bereits wieder möglich ist und wo meine Grenze liegt?


Am Nachmittag schreibt er mir:

"Es war anstrengend. Aber es ging."


Kein spektakulärer Erfolg.

Und vielleicht gerade deshalb ein wichtiger.


Berufliche Reintegration beginnt für mich selten mit voller Leistungsfähigkeit. Meistens beginnt sie mit einem ersten Schritt wie diesem, der zeigt, dass wieder etwas möglich ist, und der genau dadurch neues Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit schafft.

-Lukas-

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